RENTE MIT 70?
Ihre 5-Punkte-Strategie
Rente mit 70? Ihre 5-Punkte-Strategie zur Absicherung
Die Debatte um die Rente mit 70 reißt nicht ab. Während in der Politik über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, Rentenkürzungen oder die Verteuerung der Krankenversicherung diskutiert wird, sieht die Realität in meiner Dresdner Kanzlei ganz anders aus. Ich erlebe derzeit einen enormen Anstieg an Kündigungsklagen. Die Wahrheit ist: Viele Arbeitnehmer stehen weit vor dem Rentenalter auf der Straße, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlechter werden.
Ich bin selbst 71 Jahre alt und arbeite immer noch. Warum? Weil ich es kann. Ich habe das Glück eines Schreibtischjobs. Aber ich weiß, dass ich nicht das Maß der Dinge bin. Wenn der Staat verlangt, dass man bis 70 durchhält, während der Körper eines 60-jährigen Bauarbeiters oder einer Pflegekraft längst „Stopp“ sagt, dann spricht das der Realität Hohn. Was können Sie also tun? Wenn Sie heute 40 sind und einen harten Job haben, reicht es nicht, nur auf die richtige Politik zu hoffen. Sie brauchen eine persönliche Strategie.
Hier ist meine 5-Punkte-Strategie für Ihre Lebensarbeitszeit:
1. Das Bewusstsein für den Arbeitsplatz
Sicherheit am Arbeitsplatz ist kein Zufall. Auch wenn KI und Robotik Tätigkeiten bedrohen, geht es um strategische Absicherung. Fragen Sie sich: Wie sicher ist Ihr Job? Sind Sie bei Kollegen beliebt? Zählt Ihr Vorgesetzter auf Sie? Bei einer betriebsbedingten Kündigung wird eine soziale Auswahl getroffen. Wer im Team geschätzt wird und unverzichtbar scheint, steht seltener oben auf der Liste. Hier hilft nicht immer der Anwalt – oft ist ein kluger Partner oder ein spezialisiertes Coaching der bessere Weg, um den eigenen Stand in der Firma zu festigen.
2. Das Bewusstsein für die Gesundheit
Je fordernder die Arbeit, desto früher kommen Sie an Ihre Grenzen. Dokumentieren Sie Ihre Arbeitsbelastung und Leistungsfähigkeit frühzeitig. Bei Unfällen ist der Durchgangsarzt Pflicht, aber auch bei schleichendem Leistungsabfall sollten Sie Rat suchen. Sozialrechtliche Optionen wie die Erwerbsminderungsrente oder ein Schwerbehindertenantrag (GdB) können wichtige Anker sein. Nutzen Sie Reha-Möglichkeiten rechtzeitig, um Ihre Erwerbsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten – oder den Weg in eine gesicherte Verrentung vorzubereiten.
3. Das Bewusstsein für den Kündigungsschutz
Wenn der Arbeitsplatz wackelt, zählt jede Woche. Suchen Sie sich frühzeitig fachkundigen Rat. Ein kluger Ratgeber hilft Ihnen zu entscheiden: Können wir die Dinge im Guten regeln? Ist ein „Soft Out“ (ein gleitender Übergang) mit dem Arbeitgeber möglich? Oder müssen wir konsequent um den Erhalt des Arbeitsplatzes kämpfen? Je früher Sie agieren, desto größer sind Ihre Handlungsoptionen.
4. Die Realität der Abfindungen
Vergessen Sie den Mythos vom automatischen Abfindungsanspruch. Den gibt es im deutschen Recht bei einer Kündigung in der Regel nicht. Eine Abfindung ist oft das Ergebnis eines zähen Kampfes. Wenn Sie Ihr „Fell so teuer wie möglich verkaufen“ wollen, ist die beste Strategie meist, so konsequent wie möglich um den Arbeitsplatz zu kämpfen. Nur so entsteht der Druck auf den Arbeitgeber, den Weg für eine faire finanzielle Einigung frei zu machen.
5. Das Bewusstsein für Rechtsschutz
In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht zahlt jeder seinen Anwalt selbst – egal, wer gewinnt (§ 12a ArbGG). Ohne Rechtsschutzversicherung oder Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft wird der Rechtsweg zum unkalkulierbaren Risiko. Werden Sie rechtzeitig aktiv, solange Sie gesund und im Job sind.
In einer Zeit zunehmender sozialer Kälte sehe ich es als meine Aufgabe, Ihnen zu helfen, Ihre Rechte zu wahren. Wir können die Biologie nicht ändern, aber wir können dafür sorgen, dass Sie nicht unter die Räder kommen.
